Deribit wird heute Kryptowährungsoptionen im Gesamtwert von über USD 2,4 Milliarden verfallen sehen, davon rund USD 2,0 Milliarden in Bitcoin-Kontrakten und USD 404 Millionen in Ether.
Die Konzentration des offenen Interesses bei wichtigen Ausübungspreisen lässt Marktteilnehmer auf erhöhte Volatilität vorbereiten, während Positionen verfallen oder ausgeübt werden.
Das Put/Call-Verhältnis von Bitcoin liegt derzeit bei 0,59, was auf eine Neigung zu Call-Optionen hindeutet, während das Verhältnis von Ether bei 0,75 eine ausgewogenere Haltung mit moderaten bullischen Untertönen widerspiegelt.
Die Max-Pain-Berechnungen legen Bitcoin bei rund USD 70.000 und Ether nahe USD 2.050 fest – Level, bei dem Optionsverkäufer die geringsten Verluste erleiden würden, wenn der Spotpreis zum Verfall konvergiert.
Das Verfallsereignis folgt einem Monat mit eher gedämpften Trendrichtungen, wobei Bitcoin in einer Spanne von USD 66.000 bis 68.000 gehandelt wird und Ether sich nahe USD 2.000 konsolidiert. Große institutionelle Trader haben Optionen genutzt, um asymmetrische Payoff-Profile zu gestalten, das Skew-Risiko abzusichern oder Ansichten zu möglichen Ausbrüchen auszudrücken. Die Entfernung von kurzlaufenden Optionen könnte einige implizite Volatilität mindern, die sich nahe dem 90. Perzentil bewegt hat. Bemerkenswert ist, dass mehrere bedeutende Cluster von OTM-Put-Optionen unter USD 65.000 auf verbleibende Abwärtsabsicherungen hindeuten, die plötzliche Delta-Ströme auslösen könnten, falls der Preis diese Niveaus erreicht.
Market-Maker bereiten delta-neutrale Anpassungen vor, da die Gamma-Exposition vor dem Stichtag ihren Höhepunkt erreicht. Historische Verfallstage ähnlicher Größen haben intraday-Schwankungen von 4–6 Prozent ausgelöst, getrieben durch erzwungene Liquidationen und dynamische Absicherung. Risikogewichtete Orderbücher zeigen erhöhte Liquidität bei den Call-Optionen bei USD 67.000 und USD 68.000, was erhebliche Aufwärtsbarrieren anzeigt. Umgekehrt könnten Gebote bei USD 65.000 und USD 64.000 Put-Optionen eine mehrschichtige Unterstützung bieten, falls der Indexpreis nach unten geht.
Die Dynamik nach dem Verfall hängt vom verbleibenden offenen Interesse und dem Spot-Volumen ab. Wenn die Volatilität nach dem Verfall stark schrumpft, könnten sich die Funding-Raten auf Perpetual-Swap-Märkten negativ entwickeln, was Short-Sellern Anreize bietet. Umgekehrt könnte ein Anstieg des Spot-Volumens bei Pin-Risiko die Finanzierungskosten auf hohem Niveau halten. Trader beobachten zudem makroökonomische Hinweise, einschließlich US-Wirtschaftsdaten und Kommentaren der Europäischen Zentralbank, die die Auswirkungen des Optionsverfalls auf Preisbewegungen weiter verstärken könnten.
Insgesamt stellt das heutige Verfallsereignis einen entscheidenden Wendepunkt für derivative-getriebene Ströme im Kryptowährungsmarkt dar. Teilnehmer mit erheblichen Gamma-Expositionen werden sich sowohl über Spot- als auch über Krypto-Futures-Märkte anpassen, wodurch sich der Richtungsdruck möglicherweise verstärken könnte. Das Ausmaß des Ereignisses unterstreicht die wachsende Raffinesse institutioneller Beteiligung an digitalen Vermögenswerten und hebt die Bedeutung strukturierter Produkte bei der Gestaltung des kurzfristigen Marktverhaltens hervor.
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