Der Novemberrückgang verschärft den Dezember-Verkauf
Bitcoin stand am 1. Dezember unter erheblichem Druck, da die Benchmark-Kryptowährung 6% ihres Wertes verlor und von rund 90.000 USD auf 85.788 USD abrutschte. Diese Bewegung setzte einen breiteren Abwärtstrend fort, der im November mehr als 18.000 USD vom Bitcoin-Preis abgezogen hat und die schlechteste Monatsleistung seit Mitte 2021 markierte. Rekord-ETF-Abflüsse und Zwangsliquidationen in Höhe von annähernd einer Milliarde USD verschärften den Rücksetzer, da Trader Schwierigkeiten hatten, gehebelten Positionen bei dünner Liquidität standzuhalten.
Risikovermeidung dominierte die globalen Märkte, wobei die Korrelationen zwischen Bitcoin und Technologiewerten enger wurden. Aktien von Strategy (MSTR.O), dem größten Unternehmensinhaber von Bitcoin, fielen um 3,3%, nachdem das Unternehmen seine Gewinnprognose für 2025 gesenkt hatte und die anhaltende Schwäche der Kryptowährung zitiert hatte. Analystenkommentare hoben schwindende Begeisterung als primären Treiber hervor und deuteten darauf hin, dass anhaltende makroökonomische Unsicherheiten und wachsende Bedenken hinsichtlich der Marktkonzentration die Investorennachfrage dämpften.
Derivate und On-Chain-Signale
On-Chain-Indikatoren deuteten auf Kapitulation bei einigen länger haltenden Investoren hin, während das Open Interest bei Bitcoin-Futures auf großen Börsen in der vergangenen Woche um ca. 12% zurückging. Perpetual-Swap-Funding-Raten wurden negativ, was wachsende bärische Überzeugung unter gehebelten Tradern signalisiert. Die Volatilitätsmaße stiegen an, wobei der Bitcoin-Volatilitätsindex seinen Ein-Jahres-Durchschnitt überstieg und Erwartungen größerer Bewegungen bis zum Jahresende widerspiegelte.
Die technische Analyse zeigte, dass Bitcoin die wichtige Unterstützung im Bereich von 84.000 bis 86.000 USD testete, wo Trader Ende Oktober zuvor mehr als 400.000 BTC akkumuliert hatten. Ein Scheitern, dieses Niveau zu halten, könnte den Markt zu tieferen Rücksetzern Richtung 80.000 USD führen. Umgekehrt wäre eine nachhaltige Rückeroberung über 90.000 USD erforderlich, um eine bullische Umkehr Richtung 2026 zu validieren.
Ausblick und makroökonomische Treiber
Strategen hielten eine vorsichtige Haltung aufrecht und wiesen darauf hin, dass der bevorstehende Zinsschritt der Federal Reserve voraussichtlich ein zentraler Katalysator bleiben wird. Der Markt wartet auf die FOMC-Entscheidungen am 9.–10. Dezember, wobei die meisten Prognosen eine Reduktion um 25 Basispunkte erwarten. Analysten warnten jedoch, dass eine vorgezogene Lockerung die künftige politische Flexibilität einschränken und potenziell den erwarteten Liquiditätsschub für Risikoinvestitionen mindern könnte.
Stablecoin-Dynamik und Liquiditätsströme werden ebenfalls genau beobachtet. Erhöhte Rückgabewünsche von Geldmarktfonds und Abflüsse von USDT und USDC könnten die Volatilität verstärken, insbesondere wenn Trader während extremer Risiko-Phasen in Fiat wechseln. On-Chain-Daten zeigten Nettoüberweisungen von Börsen zu Cold Wallets, was auf eine gewisse Akkumulation durch Langzeit-Inhaber trotz des allgemeinen Abwärtstrends hindeutet.
Zusammenfassend unterstrich der jüngste Rückgang von Bitcoin eine Verschiebung hin zu extremer Angst in den Märkten digitaler Vermögenswerte, wobei sowohl technische als auch fundamentale Faktoren zusammenwirken, um die Preise zu belasten. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob eine gelockerte Geldpolitik die abnehmende spekulative Nachfrage ausgleichen und eine Plattform für erneutes Risikofreudig schaffen kann.
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