Die Bitcoin-Preise fielen am Dienstag stark, rutschten kurz unter die Marke von 90.000 USD und erreichten Werte, die seit Anfang Januar nicht mehr gesehen wurden. Der Rückgang setzte sich fort, als Investoren sich von risikoreichen Anlagen abwandten, schwere Liquidationen an den Aktienmärkten auslösten und die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen nach unten trieben. Am Mittwoch zeigte der asiatische Handel, dass Bitcoin sich in der Nähe von 88.900 USD stabilisierte, doch der breitere Trend blieb negativ angesichts anhaltender geopolitischer und handelspolitischer Unsicherheiten.
Weltweit wurden die Märkte durch erneute Drohungen mit Zöllen zwischen den USA und wichtigen Handelspartnern erschüttert, was die Sorgen über eine anhaltende Wachstumsverlangsamung verstärkte. Die Renditen japanischer Staatspapiere stiegen plötzlich, nachdem die Regierungskoalition Steuerkürzungen vorgeschlagen hatte, was zu einem Ausverkauf führte, der sich weltweit auf Kredit- und Aktienmärkte auswirkte. Anleger strömten in traditionelle sichere Häfen, wobei Gold über 4.700 USD pro Unze stieg, während Kryptowährungen die Hauptlast der risk-off-Stimmung trugen.
Der Ausverkauf bei Bitcoin war besonders stark in den Märkten für Kryptowährungs-Futures und Derivate. Die Open Interest von Bitcoin an großen Börsen fiel um 5%, da Long-Position-Inhaber ausstiegen, um weitere Verluste zu begrenzen. Über 1 Milliarde US-Dollar an gehebelten Long-Positionen wurden auf mehreren Plattformen liquidiert, was die Zerbrechlichkeit der Marktstimmung bei hohen Kursen unterstreicht. Während einige Händler den Rückgang als Kaufgelegenheit sahen, deuteten technische Indikatoren darauf hin, dass eine tiefere Korrektur im Gange sein könnte.
Ethereum und andere bedeutende Altcoins hatten es schlechter, wobei Ether die Unterstützung von 3.000 USD durchbrach und in 24 Stunden um über 7% fiel. Die kumulierte Marktkapitalisierung der Kryptowährungen sank unter 2,9 Billionen USD und löschte in zwei Tagen fast 150 Milliarden USD an Wert. Trotz des Rückgangs blieb das institutionelle Interesse intakt. Mehrere große Treasury-Manager großer Unternehmen setzten weiterhin auf Bitcoin durch Aktien-Wraps und außerbörsliche Käufe in Erwartung einer langfristigen Erholung.
Ausblick: Marktteilnehmer werden sich auf die geldpolitischen Signale der US-Notenbank und auf die kommenden Wirtschaftsdatenausgaben konzentrieren. Inflationsmessungen und Indikatoren zur Verbraucherstimmung könnten später in dieser Woche die Zinserwartungen der Fed beeinflussen, wobei eine dovish ausgerichtete Neigung potenziell Erleichterung für Risikokapitalwerte, einschließlich Kryptowährungen, bringen könnte. Allerdings könnte erhöhte Volatilität und geopolitische Risiken den Druck auf Bitcoin aufrechterhalten, bis die breitere Risikoneigung am Markt zurückkehrt.
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