Bitdeer Technologies Group meldete im dritten Quartal einen Nettoverlust von 266,7 Mio. USD bzw. 1,28 USD pro Aktie, der die Analystenerwartungen übertraf und einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Verlust von 50,1 Mio. USD im Vorjahresquartal markierte. Der Umsatz für den Zeitraum stieg auf 169,7 Mio. USD und verdoppelte sich damit gegenüber dem Vorjahr, vor allem getrieben durch den Ausbau der eigenen Mining-Kapazitäten und höhere Bitcoin-Preise. Trotz des Umsatzanstiegs drehte sich das bereinigte EBITDA nur knapp in einen Gewinn um, da erhöhte Betriebskosten und beschleunigte Ausgaben die Gesamtprofitabilität drückten.
Zusammen mit der Ergebnisveröffentlichung kündigte Bitdeer eine Verzögerung beim SEAL04-ASIC-Chip der nächsten Generation an, einem Schlüsselfaktor der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens auf künstliche Intelligenz und Rechenzentrumsdienstleistungen. Die Massenproduktion der SEALMINER A3-Serie hat begonnen, doch SEAL04 bleibt in der Entwicklung, wodurch die erwartete Einführung auf Anfang 2026 verschoben wird. Die Verzögerung hat Bedenken hinsichtlich kurzfristiger Kapitalausgaben und zusätzlicher Einnahmequellen durch KI-Cloud-Verträge ausgelöst.
Ende Oktober erreichten die Self-Mining-Betriebe eine Hashrate von 41,2 EH/s, womit das zuvor angekündigte Ziel von 40 EH/s übertroffen wurde und die internen Bitcoin-Bestände auf 2.029 BTC gestiegen sind. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Zuweisung von 200 MW für KI-Cloud-Dienste eine annualisierte Umsatzrate von über 2 Milliarden USD bis Ende 2026 unter einem günstigen Marktumfeld generieren könnte. Allerdings hat das Fehlen eines konkreten Zeitplans für die SEAL04-Veröffentlichung Unsicherheit darüber geschaffen, inwieweit diese Prognosen realisiert werden können.
Die Marktreaktion war schnell: Die Aktien fielen um 20 % als Reaktion auf die kombinierten Auswirkungen des deutlich höheren als prognostizierten Verlusts und der Verzögerung beim ASIC-Chip. Der Rückgang markiert den stärksten Tagesverlust seit Februar und treibt den year-to-date-Rückgang auf etwa 19 % hoch. Investoren verwiesen auf Bedenken hinsichtlich Umsetzungsrisiken und Wettbewerbsdruck im KI-Infrastruktur-Sektor sowie auf das Potenzial einer anhaltenden Margenkompression im Mining.
Analysten von VanEck stellten fest, dass Bitdeers strategische Expansion in KI und Rechenzentren zwar langfristiges Upside bietet, die Umsetzung jedoch eng mit den Lieferterminen abgestimmt sein muss, um das Vertrauen der Investoren zu erhalten. Branchenbeobachter heben die Dynamik der Lieferkette für Halbleiterfertigung und breitere makroökonomische Faktoren als potenzielle Gegenwinds für die Chip-Entwicklungspläne hervor. Beobachter werden Updates zum SEAL04-Fortschritt und zu Kapitalallokationsentscheidungen in den kommenden Earnings Calls verfolgen.
Bitdeers Pivot zu KI-Diensten ähnelt den Schritten anderer großer Bitcoin-Miner, die Diversifikation jenseits der traditionellen Mining-Einnahmen anstreben. Eine kontinuierliche Bewertung der Leistungskennzahlen für Rechenzentren, der Ramp-up-Kennzahlen bei Kundenverträgen und der Meilensteine in der Chipproduktion wird entscheidend sein, um die nächste Wachstumsphase des Unternehmens zu gestalten.
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