Überblick
Ethereum hat sich laut Joseph Chalom, dem ehemaligen Leiter der Abteilung für digitale Vermögenswerte bei BlackRock und heute Co-CEO von Sharplink, als führende Option für die institutionelle Akzeptanz etabliert. In einem jüngsten Interview beschrieb Chalom Ethereum nicht nur als eine Blockchain für spekulative Vermögenswerte, sondern als eine robuste Finanzinfrastruktur, die sichere, hochliquide Operationen im großen Maßstab unterstützen kann. Er hob drei Kernattribute hervor – Vertrauen, Sicherheit und Liquidität – die Ethereum zur optimalen Plattform für Vermögensverwalter, Verwahrer und Finanzinstitute machen, die darauf abzielen, die traditionelle Finanzwelt zu digitalisieren.
Hintergrund und Erfahrung
Chaloms zwanzigjährige Tätigkeit bei BlackRock umfasste die Skalierung des firmeneigenen Aladdin-Risikomanagementsystems, um Vermögenswerte in Höhe von Billionen Dollar unter Verwaltung zu betreuen. Er leitete später BlackRocks Einstieg in den Kryptomarkt, unterstützte Circle, förderte die Einführung des firmeneigenen Bitcoin-ETFs IBIT und investierte in Tokenisierungsvorhaben wie Securitize. Diese Erfahrung habe ihn davon überzeugt, dass Ethereums Architektur den strengen Anforderungen institutioneller Stakeholder – von regulatorischer Compliance bis zu operativer Widerstandsfähigkeit – entspricht.
Staking- und Restaking-Strategien
Bei Sharplink beaufsichtigt Chalom Milliarden von Dollar an gestaketem Ether, mit dem Ziel zu demonstrieren, wie Proof-of-Stake-Erträge langlebige, bilanzierte Renditen ohne die typischen Volatilitäten DeFi liefern können. Sharplink hat Partnerschaften mit Consensys, Linea und EigenLayer entwickelt, um Restaking-Mechanismen zu erforschen, durch die gestaketes Ether zusätzliche Protokolle absichert, während Gelder unter regulierter Verwahrung bleiben. Diese Strategien zielen darauf ab, zusätzliche Rendite freizusetzen, Gegenparteirisiken zu reduzieren und die Einhaltung institutioneller Risikokontrollen sicherzustellen.
Institutionelle Implikationen
Chalom glaubt, dass, sobald mehr Institutionen produktive Renditechancen suchen, die native Staking-Rendite von Ethereum von ca. 3 Prozent pro Jahr zu einem überzeugenden Ersatz für ungenutzte Vermögenswerte wird. Er prognostiziert, dass sich im Laufe der Zeit der Unterschied zwischen traditioneller Finanzwelt und dezentraler Finanzierung auflösen wird und ein einheitliches Finanzökosystem entsteht, das vom Ethereum-Netzwerk getragen wird. „Wir nennen es nicht DeFi oder TradFi“, sagte er. „Wir nennen es einfach Finanzen, und Ethereum wird die Infrastruktur sein.“
Ausblick und Herausforderungen
Während die Begeisterung für Ethereum unter erfahrenen Vermögensverwaltern hoch ist, bleiben bedeutende Herausforderungen bestehen. Skalierbarkeit des Netzwerks, Vorhersagbarkeit der Gasgebühren und regulatorische Klarheit sind Schlüsselfaktoren, die das Tempo und das Ausmaß der institutionellen Adoption bestimmen werden. Chalom argumentiert, dass Ethereums laufende Upgrades, einschließlich Sharding und Layer-2-Rollups, Durchsatzbeschränkungen adressieren, während eine aktive Zusammenarbeit mit Regulierungsbehörden robuste Compliance-Rahmenwerke schaffen kann.
Durch die Nutzung seiner bewährten Architektur und dem wachsenden Ökosystem von Staking- und Restaking-Diensten könnte Ethereum sein Versprechen erfüllen, die fundamentale Schicht für die nächste Generation globaler Finanzsysteme zu sein.
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