Überblick über den Optionsverfall in Höhe von 27 Milliarden US-Dollar
Am 26. Dezember 2025 werden die Krypto-Derivatemärkte einen der größten Einzel-Tagesverfälle der Geschichte verzeichnen: Optionen auf Bitcoin und Ethereum im Wert von über 27 Milliarden US-Dollar bei Deribit. Bitcoin-Optionen machen grob 23,6 Milliarden US-Dollar des gesamten Notionalwerts aus, während Ethereum die verbleibenden 3,8 Milliarden US-Dollar ausmacht. Dieser Verfall entspricht mehr als der Hälfte des gesamten offenen Interesses von Deribit und verstärkt die Aufmerksamkeit auf potenzielle Preiswirkungen.
Max-Pain-Dynamik
Die Theorie des ‚Max Pain’ besagt, dass Spot-Preise dazu neigen, sich auf Niveaus zu bewegen, bei denen Optionsverkäufer die geringsten Verluste erleiden. Für diesen Verfall liegen die Max-Pain-Preise bei etwa 95.000 USD für Bitcoin und 3.000 USD für Ethereum. Wenn Optionsinhaber Positionen schließen oder in die Januar-Verfalltermine rollen, werden Market Maker und institutionelle Desks ihre Absicherung vornehmen, wodurch diese Preisanker kurzfristig möglicherweise verstärkt werden.
Call- vs. Put-Skew und institutionelle Stimmung
Eine Analyse der Verfallaufteilung zeigt, dass Call-Optionen nahezu das Dreifache des Volumens von Put-Optionen ausmachen, was auf eine vorherrschende bullische Tendenz unter professionellen Tradern hinweist. OTM-Calls konzentrieren sich zwischen 100.000 und 116.000 USD bei Bitcoin und ĂĽber 3.000 USD bei Ethereum, was optimistische Preisziele fĂĽr 2026 widerspiegelt. Im Gegensatz dazu konzentriert sich das Put-Interesse auf Absicherungen nach unten und bleibt im Vergleich begrenzt.
Liquidität und Volatilitätsüberlegungen
Trotz der Größenordnung des Verfalls ist die implizite Volatilität von 63% im November auf rund 42% derzeit gesunken, was auf eine geordnete Abwicklung statt panikgetriebener Schwankungen hindeutet. Allerdings kann die Liquidität in bestimmten Strike-Zonen enger werden, insbesondere während der Überlappung der asiatischen und der US-Sitzung. Marktteilnehmer sollten die Tiefe des Orderbuchs und Schwankungen der Funding-Rate beobachten, während sich der Verfall nähert.
Strategische Positionierung und Rollover-Aktivitäten
Institutionen rollen aktiv Positionen in Januar-Kontrakte, um eine directional Exposure beizubehalten und gleichzeitig die scharfen Gamma- und Delta-Veränderungen beim Verfall zu vermeiden. Dieser Roll-Over-Fluss erzeugt oft 'Signalrauschen' und erschwert kurzfristige Optionen-Analysen. Trader, die delta-neutrales Hedging und Strategien mit erhöhten Prämien anwenden — z. B. das Verkaufen von OTM-Puts — nutzen die erhöhte Volatilitätsskew, um Einkommen zu generieren und gleichzeitig das Abwärtsrisiko zu begrenzen.
Historischer Kontext und Ausblick auf Anfang 2026
Frühere Dezember-Verfälle — 4,5 Milliarden USD am 12. Dezember und 3,16 Milliarden USD am 19. Dezember — führten zu einer leichten Preisbildung um ähnliche Niveaus und verstärkten die Vorstellung von kontrollierten Reset. Die schiere Größe des 27-Milliarden-Ereignisses erhöht jedoch seine systemische Bedeutung. Die Positionierung nach dem Verfall dürfte das Tempo für das erste Quartal 2026 bestimmen; anhaltende Nachfrage könnte eine Jahresendrallye auslösen, während eine deflationäre Reaktion auf eine tiefergehende Konsolidierung hindeuten könnte.
Wichtige Risiken und Chancen
- Potenzielle Slippage in Zonen mit geringer Liquidität während der Spitzenstunden des Verfalls.
- Orderbuchungleichgewichte, wenn große Verfälle abgebaut werden, könnten transiente Preisabweichungen auslösen.
- Institutionelle Zuversicht hinter Call-Volumen könnte Aufwärtsausbrüche unterstützen, wenn Makro-Katalysatoren zusammenfallen.
Fazit
Der Verfall am 26. Dezember mit Optionen auf Bitcoin und Ethereum im Wert von 27 Milliarden US-Dollar auf Deribit markiert einen Wendepunkt für Krypto-Derivate. Während eine kurzfristige Preisverankerung um Max-Pain-Niveaus wahrscheinlich ist, könnten die strategische Positionierung des Verfalls und Makroökonomischer Rückenwind – wie voraussichtliche Fed-Zinssenkungen – dieses Ereignis zu einem Sprungbrett für nachhaltiges Marktwachstum zu Anfang 2026 machen.
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