Am 1. Januar 2026 tritt der Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) offiziell in die Datenerhebungsphase in 48 Rechtsordnungen ein, wodurch Kryptoserviceanbieter verpflichtet werden, künftig umfassende Transaktionsdetails für den Austausch mit den Steuerbehörden aufzuzeichnen. Entwickelt vom OECD zielt CARF darauf ab, Lücken in der grenzüberschreitenden Steuerkonformität zu schließen, indem der gemeinsame Melde-Standard auf digitale Vermögenswerte erweitert wird.
Zu den teilnehmenden Einheiten gehören zentrale Börsen, bestimmte dezentralisierte Plattformen, Krypto-Geldautomaten, Makler und Händler; sie müssen Transaktionsmetadaten erfassen, wie Wallet-Adressen, Gegenpartei-Informationen, Datumsangaben, Beträge und Assettypen. Dieses Mandat geht dem Beginn des Informationsaustauschs im Jahr 2027 voraus, wobei die Steuerbehörden Daten austauschen werden, um nicht deklarierte Bestände und Einkommen zu identifizieren. Länder in der ersten Welle umfassen bedeutende Finanzzentren, die entsprechende Gesetzgebung erlassen haben oder sich in den letzten Umsetzungsphasen befinden.
Die OECD hat berichtet, dass 48 Länder im Jahr 2026 CARF-Datenerhebungsmaßnahmen implementieren werden, während weitere 27 Jurisdiktionen, darunter Australien, Kanada, Mexiko und die Schweiz, sich der Austauschsphase ab 2028 anschließen werden. Die Finanzminister der G20 befürworteten erstmals 2021 die Transparenz digitaler Vermögenswerte, und bis 2022 hatte die OECD die Kern-CARF-Regeln finalisiert, um die grenzüberschreitende Berichterstattung zu standardisieren.
Das Hauptziel von CARF besteht darin sicherzustellen, dass Steuerpflichtige unabhängig vom geografischen Standort ihren Verpflichtungen nachkommen. Stakeholder warnen jedoch, dass der Rahmen breitere Nutzungen ermöglichen könnte. Der Anbieter von Steuersoftware TaxBit bemerkte, dass die granularen Daten zu einer Quelle für Behörden werden könnten, um Krypto-Adressen mit individuellen Identitäten zu verknüpfen, was potenziell Betrugsuntersuchungen und Analytik der Strafverfolgung unterstützen könnte.
Branchenverbände haben Leitlinien zu Datenschutzvorkehrungen und standardisierte APIs gefordert, um Berichtsabläufe zu optimieren. Börsen investieren in Compliance-Teams, um CARF-Anforderungen in vorhandene Anti-Geldwäsche-Systeme zu integrieren. Dienstleister stehen zudem vor der technischen Herausforderung, On-Chain-Aktivitäten aus dezentralen Finanzanwendungen zu erfassen, die nicht ausdrücklich im CARF-Geltungsbereich abgedeckt sind.
Obwohl die Einführung breit gelobt wird, um die Steuerfairness zu verbessern, argumentieren Kritiker, dass Meldepflichten Innovationen behindern könnten, insbesondere für kleinere Plattformen mit begrenzten Ressourcen. Laufende Konsultationen in Hongkong prüfen sowohl die CARF-Implementierung als auch lokale Steuerberichtsstandards, um Durchsetzung mit dem Wachstum des Ökosystems in Einklang zu bringen.
Wenn CARF von der Planung zur Umsetzung übergeht, wird eine globale Koordination zwischen Aufsichtsbehörden, Dienstleistern und Technologieanbietern entscheidend sein, um einen nahtlosen Datenaustausch zu ermöglichen und die Privatsphäre der Nutzer zu wahren. Der Erfolg des Rahmens wird daran gemessen, ob er Steuerhinterziehung abschreckt, ohne die Entwicklung des Kryptowährungssektors zu behindern.
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