Die südkoreanische Financial Services Commission (FSC) hat Pläne angekündigt, das neunjährige Verbot aufzuheben, das juristischen Personen die Investition in digitale Vermögenswerte untersagte. Die aktualisierten Richtlinien, die der Krypto-Arbeitsgruppe des FSC am 6. Januar vorgelegt wurden, ermöglichen börsennotierten Unternehmen und qualifizierten professionellen Investoren, bis zu 5% ihres Eigenkapitals in die führenden 20 Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung zu investieren. Die Maßnahme, die darauf abzielt, die institutionelle Teilnahme zu erhöhen, stellt eine signifikante Abkehr von dem 2017 eingeführten Verbot dar, das im Zusammenhang mit Geldwäsche-Bedenken stand.
Im Rahmen des neuen Rahmens müssen Unternehmensinvestitionen über eine der fünf größten regulierten Börsen für virtuelle Vermögenswerte des Landes erfolgen. Transaktionen erfordern eine verstärkte Due Diligence, einschließlich der Prüfung des Unternehmenszwecks und der Finanzierungsquellen. Diskussionen laufen über die Behandlung von Dollar-gebundenen Stablecoins, wobei die FSC die Reservedeckungsvorgaben und Rückgabegarantien prüft, um die Vermögenswerte der Investoren zu schützen.
Die lokale Wirtschaftszeitung Seoul Economic Daily berichtete, dass endgültige Richtlinien im Januar oder Februar veröffentlicht werden und so die unmittelbare Umsetzung ermöglichen. Der gestaffelte Ansatz wird ein Pilotprogramm für gemeinnützige Organisationen und akademische Institutionen umfassen, gefolgt von einer vollständigen Teilnahme von Unternehmen. Die FSC hat betont, dass Maßnahmen zum Schutz vor Marktmanipulation und Überwachungsmechanismen die Einführung begleiten werden, um plötzliche Kursschwankungen oder Pump-and-Dump-Schemata zu verhindern.
Marktbeobachter erwarten, dass die regulatorische Erleichterung erhebliches neues Kapital in Höhe von Dutzenden von Billionen Won freisetzen könnte. Große Konglomerate, wie Naver mit seinen beträchtlichen Eigenkapitalreserven, könnten einen Teil der Treasury-Mittel in Bitcoin, Ethereum und andere genehmigte Tokens investieren. Die Beschleunigung von CBDC-Initiativen und die Zulassung von Spot-Bitcoin-ETFs werden als sekundäre Ergebnisse einer erhöhten institutionellen Nachfrage erwartet.
Inländische Blockchain-Startups und Unternehmen der Vermögensverwaltung digitaler Vermögenswerte dürften von der verstärkten Aktivität im Corporate Treasury profitieren. Experten warnen jedoch, dass Liquiditätsmanagement- und Risikobewertungsprotokolle entscheidend sein werden, damit Unternehmen keine unbeabsichtigte Risikobeteiligung eingehen. Die FSC hat eine fortgesetzte Zusammenarbeit mit Finanzinstituten angekündigt, um Anforderungen an Konten mit echtem Namen und fortgeschrittene KYC-Verfahren zu integrieren.
Die Umkehr des Investitionsverbots für Unternehmen markiert einen Meilenstein in Südkoreas breiter Digitalfinanzstrategie, zu der das Ziel gehört, bis 2030 25% der Transaktionen der Staatskasse über eine Zentralbank-Digitalwährung abzuwickeln. Während sich die Branche an die neuen Vorschriften anpasst, werden die Beteiligten die Finalisierung der Richtlinien und die realen Auswirkungen auf Marktdynamik und institutionelle Akzeptanz genau beobachten.
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