Swift hat Live-Tests des neuen blockchain-basierten geteilten Hauptbuchs mit einem Konsortium von 17 großen globalen Banken eingeleitet. Entwickelt als Schicht über der bestehenden Zahlungsinfrastruktur ermöglicht das Hauptbuch tokenisierte Einlagen, rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, zwischen den teilnehmenden Instituten zu transferieren, während die endgültige Abwicklung weiterhin über traditionelle Systeme erfolgt. Diese Initiative folgt Swifts Ankündigung der Ledger-Plattform im Oktober 2025, die darauf abzielt, die Lücke zwischen traditionellem Finanzwesen und digitalen Vermögenswerten zu schließen, indem regulierten Institutionen die Werkzeuge bereitgestellt werden, digitale Repräsentationen von Geschäftsbankgeld mit nahezu sofortiger Finalität zu übertragen.
Der Pilot umfasst Banken von sechs Kontinenten, darunter UBS, Citi, HSBC, BNP Paribas, BNY Mellon und Wells Fargo. Jede Institution wird tokenisierte Einlagen auf privaten Ledger-Systemen ausgeben, die über Swifts geteilte Schicht miteinander interoperieren, wodurch Gelder über Nacht und am Wochenende transferiert werden können, ohne regulatorische und Compliance-Kontrollen zu beeinträchtigen. Swift schätzt, dass 75% der Zahlungen in seinem Netzwerk bereits innerhalb von 10 Minuten abgewickelt werden, und das Ledger soll diese Leistung auch außerhalb der Geschäftszeiten durch den Einsatz verteilter Ledger-Technologie erweitern.
Thierry Chilosi, Swifts Chief Business Officer, erklärte, dass die Plattform „das Vertrauen und die Stabilität des etablierten Finanzwesens in die Grenzbereiche des digitalen Geldes überträgt.“ Das Ledger unterstützt mehrere Blockchain-Protokolle und Token-Standards und ermöglicht es den Teilnehmern, tokenisierte Einlagenübertragungen auf Ketten ihrer Wahl abzuwickeln. Regulatorische Genehmigungen und Compliance sind in die Architektur integriert, wobei KYC- und AML-Prüfungen auf den Schichten der Tokenausgabe und -übertragung durchgesetzt werden.
Branchenbeobachter stellen fest, dass der zunehmende Einsatz von Stablecoins in grenzüberschreitenden Zahlungen den Bedarf an Echtzeit-Abwicklung außerhalb der Geschäftszeiten gezeigt hat. Banken bleiben jedoch vorsichtig bezüglich Verwahrung, Volatilität und Gegenparteirisiken. Swifts Ledger adressiert diese Bedenken, indem sichergestellt wird, dass tokenisierte Gelder vollständig durch Zentralbankreserven oder versicherte Einlagen gedeckt sind und dass Überweisungen den bestehenden Zahlungsnachrichtenstandards entsprechen.
Mit Blick auf die Zukunft plant Swift, den Pilot auf weitere Banken und zentrale Clearing-Gegenparteien auszuweiten, mit dem Ziel, von einem Proof-of-Concept bis Ende 2026 in den Produktionsbetrieb zu wechseln. Die letztendliche Vision ist ein hybrides Ökosystem, in dem tokenisierte Vermögenswerte und Fiat-Währungskorridore nahtlos koexistieren und Unternehmen sowie Privatpersonen schnellere, transparentere und kostengünstigere grenzüberschreitende Zahlungsoptionen erhalten.
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