Am 19. Januar 2026 um 17:27 Uhr EST kündigte der Bankausschuss des Senats die Absage einer geplanten Anhörung an, die darauf abzielte, einen umfassenden Regulierungsentwurf für einen Kryptomarktplatz zu überarbeiten.
Diese Sitzung war fast zwei Jahre in der Entwicklung und umfasste umfangreiche Konsultationen mit Branchenakteuren, Verbraucherschützern und Regulierungsbehörden.
Die plötzliche Verschiebung wurde auf das Fehlen eines Konsenses über zentrale Bestimmungen zur Regulierung von Stablecoins, Registrierungsanforderungen für Broker-Dealer und Verbraucherschutz zurückgeführt.
Senatorin Cynthia Lummis (R-Wyoming), eine führende Befürworterin klarer Krypto-Regeln, beschrieb die Verzögerung als „einen Schlag gegen amerikanische Innovation und Führungsrolle“. Sie warnte, dass den Vereinigten Staaten ohne einen rechtzeitigen legislativen Rahmen der Rückstand zu europäischen und asiatischen Rechtsordnungen drohen könnte, die bereits mit Regulierungen für digitale Vermögenswerte voranschreiten. Lummis betonte, dass die USA Klarheit schaffen müssen, um technologische Entwicklungen zu unterstützen, Verbraucher zu schützen und ihre Wettbewerbsfähigkeit auf den globalen Finanzmärkten zu erhalten.
Die Reaktion der Branche war zügig, wobei Coinbase-CEO Brian Armstrong in sozialen Medien erklärte, der aktuelle Entwurf „wäre für Kunden deutlich schlechter als gar kein Gesetz“, da er belastende Compliance-Kosten und mehrdeutige Definitionen mit sich brächte. Armstrongs Aussagen untermauerten das Risiko, dass lästige Anforderungen Innovation und Kapital ins Ausland treiben könnten. Andere führende Börsenchefs bestätigten diese Bedenken und plädierten für einen ausgewogenen Ansatz, der Wachstum fördert und gleichzeitig systemische Risiken adressiert.
Kritiker aus dem Bankensektor äußerten Vorbehalte gegenüber der Behandlung von Stablecoins und argumentierten, dass differenzierte Regeln Einlegern unnötigen Risiken aussetzen und traditionelle Bankmodelle untergraben könnten. Senator Bernie Moreno (R-Ohio) hob Spannungen zwischen Stabilität und Innovation hervor und forderte eine „Status quo“-Zwischenphase, um die Regulierung an technologische Fortschritte anzupassen. Demokraten hingegen verwiesen auf politische Überlegungen im Zusammenhang mit Anti-Geldwäsche-Standards (AML) und Anforderungen an die Anlegeraufklärung.
Die Absage der Markupsitzung verschiebt den legislativen Fahrplan, und es wird erwartet, dass der Ausschuss im ersten Quartal 2026 wieder zusammentritt. Senator Thom Tillis (R-North Carolina), der den Bankausschuss leitet, gab an, dass weiterhin bipartisansche Anstrengungen fortgesetzt würden, räumte jedoch ein, dass der enge Legislativkalender vor den Zwischenwahlen Terminplanungsherausforderungen mit sich bringt. Die erwartete Pensionierung von Senatorin Lummis Ende 2026 verkürzt zudem das Zeitfenster für Maßnahmen zu ihrem zentralen Anliegen.
Experten warnen, dass ohne bundesweite Regeln staatliche Vorschriften und uneinheitliche Durchsetzungsmaßnahmen der SEC und CFTC fortbestehen würden, was eine Patchwork-Landschaft für Krypto-Dienstleister schafft. Diese Fragmentierung könnte die Kapitalbildung behindern, Compliance erschweren und Verbraucher ungleichen Schutzmaßnahmen aussetzen. Befürworter argumentieren, dass ein einheitliches bundesweites Gesetz notwendig ist, um die Aufsicht zu harmonisieren, Regulierungsarbitrage zu verringern und die Marktintegrität zu stärken.
Für die Zukunft erwarten die Stakeholder, dass das Weiße Haus und Regulierungsbehörden vorläufige Leitlinien oder Exekutivmaßnahmen herausgeben könnten, um politische Lücken zu schließen. Solche Maßnahmen werden jedoch allgemein als Notlösungen angesehen, denen die Dauerhaftigkeit und Klarheit gesetzlicher Vorschriften fehlen. Die Kryptoindustrie und ihre Befürworter arbeiten weiterhin mit Gesetzgebern zusammen und betonen die Notwendigkeit eines praktikablen Rahmens, der Innovation, Verbraucherschutz und nationale Sicherheitsinteressen in Einklang bringt.
Die Verzögerung bei der Markupsitzung zum Kryptagesetz verdeutlicht die politischen und technischen Komplexitäten der Regulierung digitaler Vermögenswerte. Da der globale Wettlauf um Blockchain-Innovation intensiver wird, sieht sich die USA zunehmendem Druck ausgesetzt, Regeln zu kodifizieren, die sowohl Marktdynamik als auch öffentliches Vertrauen sicherstellen. Versäumnis, zügig zu handeln, könnte Führung an internationale Wettbewerber abtreten und die Fähigkeit des Sektors behindern, Vorteile für wirtschaftliches Wachstum und finanzielle Inklusion zu schaffen.
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